Balkan Beats

Diese 10 Filme zeigen, was es heißt, vom Balkan zu kommen

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Renata Britvec

Dich plagt unerklärliche Sehnsucht nach dem Balkan und weder Ćevapčići noch die tausendste Balkan-Elektro-Swing-Party können dir helfen? Dann hol‘ dir mit diesen zehn Filmen aus dem ehemaligen Jugoslawien den Balkan direkt ins Wohnzimmer!

Denn auch, wenn die Menschen vom Balkan sehr verschieden sind, haben sie doch einiges gemeinsam. Diese Filme zeigen, was.

Schnall dich aber an – es geht ganz schön zur Sache!

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1. Balkanesen haben Improvisations-Talent

Was die Balkanesen auf jeden Fall eint, ist ihr Erfindungsreichtum, wenn es darum geht, sich aus dem allerschlimmsten Schlamassel zu ziehen. So wie die Protagonisten in Kusturicas „Schwarze Katze, weißer Kater“ (1998). 

Matko und Zare werden vom Gangsterboss Dadan übers Ohr gehauen, können sich am Ende aber mithilfe von zwei abgebrühten Opas doch noch retten. Super Soundtrack von Bregovic übrigens!

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2. Einer für alle, alle für einen!

Wenn es hart auf hart kommt und um Gerechtigkeit geht, halten die Balkanesen eben doch zusammen. 

Um die erste Gay-Pride-Parade in Belgrad vor Übergriffen durch Nazis zu schützen, trommelt der Serbe Miki Limun, Ex-Gangster und Chef einer Security-Firma in Srđan Dragojevićs „Die Parade“ seine Kumpels aus dem Krieg zusammen: einen Kroaten, einen Bosnier und einen Kosovo-Albaner. Gemeinsam kämpfen sie für Gleichberechtigung.

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3. Balkanesen sind meinungsstark

Der Balkanese hat grundsätzlich Recht, seine Meinung untermauert er notfalls mit schlagkräftigen Argumenten. Und wehe, es mischt sich jemand von Außen ein, das geht natürlich gar nicht. 

Wozu diese Haltung manchmal auch führen kann, siehst du in Danis Tanovićs Film „No Man’s Land“, in dem drei jugoslawische Soldaten in einem Schützengraben auf Hilfe durch die UN warten.

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4. Balkanesen brauchen Musik

Egal, wie grauenvoll alles ist: Musik macht es zumindest etwas besser. So begleiten in dem alten Jugo-Klassiker „Wer singt denn da?“ zwei Roma-Jungs eine Gruppe Reisender auf einer Busfahrt in die Hölle des Zweiten Weltkriegs und singen einfach immer weiter.

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5. Feste Familienbande

Bekannt ist der Balkanese auch für seinen ausgeprägten Familiensinn. Gerade während des Krieges wurden aber vor allem gemischt-ethnische Familien auf eine harte Probe gestellt. 

In Jasmila Žbanićs „Esmas Geheimnis“ siehst du, wie eine Mutter und ihre Tochter trotz ihrer schrecklichen Geschichte zueinanderfinden und zusammenhalten.

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6. Balkanesen sündigen gern

So wie alle anderen Menschen auf Gottes Erde ist auch der Balkanese nur ein armer Sünder – und weiß es auch. Miroslav Momčilovićs Episodenfilm „Sedam i po“ („Siebeneinhalb“, 2006) begleitet verschiedene Figuren durch ihren holprigen Alltag in Belgrad und ertappt jeden bei einer Todsünde. An Weihnachten treffen sich alle aus unterschiedlichen Gründen im Krankenhaus wieder.

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7. Balkanesen sind optimistisch

Das Leben ist verdammt hart. Die Ehe ist kompliziert, im Job läuft´s nicht, das Geld ist knapp und die Kumpels machen Stress. Doch es ist kein echter Balkanese, wer den Kopf nicht trotzdem hochhält und mutig weitermacht, bis er es geschafft hat. Wunderbar zu sehen in Srđan Vuletićs „Teško je biti fin“ („Es ist schwer, gut zu sein“).

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8. Grenzenlose Liebe

Wenn es um die Liebe geht, gibt es für den Balkanesen keine Grenzen, auch keine ethnischen. Wie in Dusan Milićs „Guča“. 

Der Roma Romeo verliebt sich in die blonde Juliana. Die findet Romeo auch ziemlich toll, aber die Familien sind gegen die Beziehung. Nach langem Hin und Her verspricht Julianas Vater, Romeo als Schwiegersohn zu akzeptieren, wenn dieser ihn beim Musikwettbewerb in Guča schlägt. 

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9. Freiheit über alles

Regeln? Nicht für mich! Die Freiheit gehört zu den wichtigsten Werten auf dem Balkan und kein echter Balkanese beugt sich irgendwelchen sinnlosen Vorschriften. Wie Bora und Tissa in Aleksandar Petrovics „Ich traf sogar glückliche Zigeuner“ (1967). 

Um ihren Willen durchzusetzen, riskieren die beiden, aus ihrem Familienverbund verstoßen zu werden. Ob sie damit wirklich glücklich sind, weiß keiner – frei sind sie aber auf jeden Fall.

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10. Eine Frage der Ehre

Wenn es um die Ehre geht, gibt der Balkanese alles. Und manchmal wird sogar aus dem größten Weichei ein echter Held, wenn man ihm nur die Gelegenheit gibt, sich zu beweisen.

In „Balcancan“ (2005) hilft Santino auf einem irrwitzigen Roadtrip quer durch den Balkan seinem Blutsbruder Trendafil bei der Suche nach dessen toter Schwiegermutter. Nebenbei sprengen die beiden auch noch einen albanischen Mafiaring für Organhandel und retten ein paar Dutzend Kinder. 

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Diese Liste an Gemeinsamkeiten beweist nicht nur, dass Balkanesen Humor haben – sondern auch, dass sie trotz aller Unterschiede Vieles verbindet. Und jetzt viel Spaß mit der kleinen Balkan-Nostalgie-Party auf deiner Couch!

Zeige allen, dass du Balkan-Sehnsucht hast

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: