Warum ich Fleischersatz links liegen lasse

Auch wenn Claudia auf ihre vegetarischen Schinkenspicker-Brötchen schwört, ich tue mich schwer mit Fleischersatzprodukten.

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Memoiren einer Fleischesserin

Dass ich inzwischen kein Fleisch mehr esse, war ein Unfall. Wirklich. Meine Schulbroterinnerungen riechen nach Leberwurst und Mortadella und wenn mein Ex-Freund Lasagne für mich kochte, musste ich manchmal ein bisschen weinen vor Freude. 

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Kaltes, totes Fleisch

Das änderte sich allerdings, als ich von zu Hause auszog und plötzlich selber für mich kochen musste. Ich gab mir wirklich Mühe, ein guter Fleischesser zu sein. Tapfer kaufte ich Putenbrust, Schweinefilet und Hack in Plastikfolie. Aber das Gefühl, kaltes, totes Fleisch anzufassen, war irgendwann zu viel für mich.

Inzwischen habe ich meine Abscheu auch philosophisch unterfüttert und lebe in einer glücklichen Beziehung mit Obst und Gemüse.

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Industriefraß

Hin und wieder bin auch ich gezwungen, außerhalb eines Bio-Supermarktes einzukaufen und es schockiert mich jedes Mal wieder, was dort als „Lebens-Mittel“ angeboten wird. Alles ist knallbunt, in seltsame Formen gepresst und mit ellenlangen Zusatzstofflisten bedruckt. Wenn ich sehe, wie manche endlose Variationen von Zucker und Fett auf das Kassenband schaufeln, wird mir übel. 

Veganes Cordon-Bleu, vegetarische Salami, Analog-Leberwurst – das kommt alles aus den selben Fabriken, wie der restliche Industriemüll. Nein, danke! 

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Richtiges Essen im Falschen

Wer einfach in jedem Gericht das Fleisch ersetzt, wird sich vermutlich ziemlich einseitig und ernähren. Versteh’ mich nicht falsch – es ist total super, dass du diesen Schritt machst und kein Tier für deinen Genuss sterben muss, aber aus ernährungswissenschaftlicher Sicht isst du immer noch ziemlich beschissen.

Die einfachste Art, sich gesund zu ernähren, ist Vielfalt und die garantierst du am ehesten, wenn du selbst mit frischen, unverarbeiteten Sachen kochst, statt Industrieprodukte aufzuwärmen. Just sayin’! 

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Das Auge frisst mit

Nachdem ich jetzt schon ein paar Jahre lang kein Fleisch mehr einkaufe, hat sich langsam der Ekel-Effekt eingestellt: Wenn ich an einer Kühltheke vorbeigehe, sehe ich Tierleichen, Blut, Knochen, Schmerzen und Elend (Tut mir leid, ist halt bei mir so!). 

Klar verstehe ich, dass fertig zubereitetes Fleisch eine gewisse Ästhetik hat, aber ich kann den Gedanken an die rohe, gekühlte Variante einfach nicht abschütteln. 

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Genau diese Assoziation macht es mir unmöglich, beim Anblick eines Pseudo-Wurst-Regals Herzrasen zu bekommen. 

Mir ist klar, das der Kram nie im Leben wie Wurst schmecken würde, aber allein der Versuch, es wie Fleisch aussehen zu lassen, verdirbt mir schon den Appetit. Dann doch lieber eine große Schüssel Obstsalat oder ein feines Gemüse-Curry. 

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Du liebst deine vegetarische Leberwurst und ich habe sowieso keine Ahnung, wovon ich rede? Pffft! Dann verbünde dich doch mit Claudia!

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Wie stehst du zu Fleischersatz?

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: