Freundschaft

Wie du deine Skills teilst und selber noch was davon hast

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Renata Britvec

Geld hast du keins, dafür bist du reich an Talent und auf deinem Zeitkonto versauern noch Stunden? Dann nutze deine Fähigkeiten und Ressourcen, indem du sie mit der Welt teilst – und selbst davon profitierst. Wie das geht, verraten wir dir hier.

Deine Ressource: Kreativität und Lehren

„The Future Belongs to the Curious“ – das ist das Motto von Skillshare. Die Gründer sind überzeugt, dass freier Zugang zu Bildung ein Menschenrecht ist. Darum gibt es kostenlose Kurse oder eine günstige Mitgliedschaft. Als Mitglied hast du Zugang zu mehr als 1500 Kursen, in denen du lernen kannst, wozu du schon immer Lust hattest. 

Du kannst aber auch selbst LehrerIn werden und deine Skills mit den mehr als einer Million Studierenden in der Community teilen. Mary Kate McDevitt beispielsweise unterrichtete zu Beginn ihrer Skillshare-Karriere einen einzigen Kurs in Handlettering, heute hat sie mehr als 50.000 SchülerInnen und arbeitet hauptberuflich als Lehrerin. Wie das funktioniert? Aus dem monatlich eingenommenen Betrag der Abos werden die Honorare für Lehrer bezahlt. 

Deine Ressource: Zeit

2013 hatte das britische Model Lily Cole Zeit übrig und investierte sie in die Entwicklung des Social Business Impossible: Hier treffen sich Menschen aus aller Welt, um Wissen, Ideen, Skills und Dinge zu tauschen. Zeit kannst du nicht kaufen, was sie besonders wertvoll macht. Und indem du deine Zeit dafür verwendest, jemandem zu helfen, gestaltest du die Welt freundlicher. Als Dankeschön bekommst du die Möglichkeit, Hilfe von einem anderen Mitglied in Anspruch nehmen zu dürfen. 

Paul McCartney, einer von mehreren prominenten Impossible People, spendete im Mai beispielsweise zwei Tickets für seine Show in London. Du kannst entweder so konkret helfen – oder in einem Beitrag davon erzählen, wie dir geholfen wurde; so bedankst du dich und zeigst anderen, wie es geht. Ein rührendes Beispiel ist der Text „Dear Mr. Craneman“ über einen schwer kranken Jungen, dem ein Kranfahrer jeden Tag Mut gemacht hat. Taschentuch, schnell!

Aber mit Tauschen ohne Geld gibt's was ähnliches: Gegen eine geringe Gebühr wirst du Mitglied und erhältst ein Stundenkonto: Die Zeit, die du jemandem schenkst, wird dir gutgeschrieben und du bekommst dafür, was du gerade benötigst. 

Deine Ressource: Alles

Auf Exchange Me tauschst du, was du kannst, gegen das, was du brauchst. Auf dieser deutschen Plattform geht's um Alltägliches wie „Ich backe dir einen Kuchen“ oder “Kann mir jemand Gitarre beibringen?“. Aber auch Ayurvedische Massagen, Datenrettung für deinen Computer oder ein langes Wochenende am See sind im Tauschangebot. Die Anmeldung ist kostenlos, und auf deinem Punktekonto wird das, was du bekommst, verrechnet mit dem, was du gibst. Du kannst in den vielen Kategorien nach genau dem suchen, was du brauchst. Und wirst bestimmt fündig.

Deine Ressource: Kind

Du brauchst einen Babysitter, weil du seit gefühlt hundert Jahren nicht mehr ausgegangen bist? Melde dich bei Sitter-Team an. Hier suchst du Eltern aus deiner Nachbarschaft und verabredest dich mit ihnen – und wenn die Chemie zwischen euch und euren Kindern stimmt, wechselt ihr euch bei der Kinderbetreuung ab. Ihr könnt sogar ganze Krabbelgruppen gründen. 

Gerade, wenn du alleinerziehend bist und deine Familie vielleicht in einer anderen Stadt wohnt, kannst du Unterstützung gut gebrauchen. Aber auch Familien mit beiden Elternteilen wissen manchmal nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht. Tut euch zusammen und helft euch gegenseitig. Denn je entspannter ihr seid, desto glücklicher ist auch der Nachwuchs.

Deine Ressource: Cleverness

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Lifehacker liefert dir Tipps, die – wie der Name schon sagt – dein Leben leichter machen. Entweder liest und abonnierst du das Blog, oder du wirst aktiver Teil der Community und tauschst dich über deinen neuesten Erfolge im Kampf gegen die Widrigkeiten des Alltags aus. 

Eine Userin erklärt dir zum Beispiel, wie du damit umgehst, wenn dein Kind dich anlügt und ein anderer Nutzer, wie du in der Wildnis überlebst. Manche der Tipps, wie man sich bei Kälte warm hält, lassen sich definitiv auch in der Stadt gebrauchen. Winter is coming!

Deine Ressource: Sprache

Das Tandem ist prinzipiell ein alter Hut, den du dir im Internet aber gern noch mal aufsetzen kannst. Such dir zum Beispiel auf Tandempartners jemanden zum Sprach-Austausch und leg los. So könnt ihr eure Sprachfähigkeiten bei einem Bierchen aufpolieren, anstatt euch in einen muffigen Unterrichtsraum zu quälen. Und wer weiß? Vielleicht macht ihr sogar einen Ausflug in die Heimat deines Tandems. Von Albanisch über Mongolisch bis hin zu Walisisch sind alle möglichen Sprachen vertreten – was hält dich noch auf?

Selbst, wenn du selbst gar nicht so viel brauchst: Es lohnt sich, deine Skills zu teilen. Du kommst mit anderen in Kontakt, findest neue Freunde und lernst dich selbst von anderen Seiten kennen. Noch mehr Tipps findest du unter anderem auf Let’s Share, wo die neuesten Tauschtrends und die besten Plattformen besprochen werden. Denn: Sharing is Caring!

So machst du dich endlich mal nützlich...

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Titelbild via Pixabay

Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: